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ComPod #285: Kauder-Welsch, Teil 1

Politik. Teil eins von zwei. Mit Banken, Atom, Terror, Kirche, Israel/Palästina und mehr.

Im ersten Teil des Podcasts für diese Woche befasse ich mich mal wieder mit der Politik. Mit dabei: 

  • Banken
    • Pleiteplan
    • Lehschaden
    • HRE-Klage erfolglos
    • EUbin
    • Leerverlängerung
  • Atom
    • Libager
    • Gorleben entstrahlt
    • Abbaukosten
    • Fukubeb
  • Terror
    • Kurdankara
    • VDS-Neu
    • UStnahme
    • FBIsiert
  • Kirche
    • Missbrauchsmahnung
    • Missbulshytt
    • Ireichung
  • Israel/Palästina
    • Palästantrag
    • Sicherheitsrat
    • Unbaustopp
    • Kritik
    • Isreaktion
    • Jurüberweisung

Für Musik sorgt dabei Dreimalich mit dem Titel 'Keine Ahnung'.

Länge: 55:17 , 50,7 MB.

Feedback hier, per Mail oder bei Twitter ist übrigens immer noch ausdrücklich erwünscht. ;-) Bei iTunes könnt ihr den ComPod übrigens auch ganz einfach abonnieren.

EUbin

Die EU-Kommission verlangt jetzt also mal nach einer Finanztransaktionssteuer. Das Thema ist ja schon seit Beginn der Bankenkrise immer wieder mal durch die Gremien gereicht worden, weil durch eine kleine Steuer für jede Transaktion gerade die Spekulanten zur Kasse gebeten würden, die durch besonders viele Transaktionen auffallen.

Als Gegenargument wurde immer wieder gerne gebracht, dass 'die Märkte' dann aber ihre Aktionen dorthin verlegen würden, wo sie keine Steuer zu bezahlen hätten, und damit müsste so eine Steuer ja weltweit eingeführt werden, oder noch besser gleich gar nicht. Mit dem Argument hätte man auch auf das Verbot von Streubomben verzichten können, weil ja irgendwer die sonst bauen würde. Komischerweise haben sich eine größere Zahl westlicher Staaten doch darauf geeinigt, Streubomben zu verbieten. Aber das ist bestimmt etwas Völlig Anderes.

Was mich bei der EU-Meldung zur Finanztransaktionssteuer stört: Kommissionsüräsident Barroso redet davon, wie viel Geld man dadurch einnehmen könnte. Entweder habe ich das Konzept nicht verstanden, Barroso hat es nicht verstanden, oder Barroso will kein Tobin-System einführen. Denn der Witz bei Tobin ist gerade nicht, dass da so viel Geld bei rumkommt, sondern eher, dass exzessiver (spekulativer) Handel weniger lohnenswert gemacht wird, was dann einen Erziehungseffekt haben soll. Wenn dabei noch Geld im Staatshaushalt landet, ist das eher ein angenehmer Nebeneffekt. Ich schätze aber mal, dass Barroso sich erstmal nur mit dem Thema Transaktionssteuer brüsten will, es ihm aber nur nebenbei um Inhalte geht.

Verdächtei

Und dann schleicht die Zensurpartei noch die Vollverdächtigung aller Bürger in Form der verdachtsunabhängigen Verbindungsvorratsdatenspeicherung (aka Vorratsdatenspeicherung, VDS) in das Gesetzgebungsverfahren. Ein verfassungskonformes Wahlrecht wurde aber meines Wissens noch nicht gesichtet. Aber das würde den Bürgern ja auch Rechte gewähren und nicht noch weiter wegnehmen.

Interdrog

Die Meldung hab ich noch gar nicht gebührend gewürdigt, aber angeblich soll es 560.000 Internetsüchtige in Deutschland geben. Klingt übel, bis man sich mal damit befasst, was laut den Kriterien der Drogenbeauftragten der Regierung Internetsüchtige auszeichnet:

Internetabhängigkeit wurde in der Studie durch eine Reihe von Merkmalen bestimmt. Es geht um Menschen, die "fast nur noch in der virtuellen Welt des Internets" leben. Zudem verlören die Betroffenen die Kontrolle darüber, wie viel Zeit sie im Internet verbringen und sie litten unter Entzugserscheinungen wie Missstimmung, Angst, Reizbarkeit oder Langeweile, wenn sie nicht online seien.

Von den insgesamt 15.023 befragten Personen hatten 8130 (54,1Prozent) angegeben, das Internet für private Zwecke entweder mindestens eine Stunde an einem Wochentag oder einem Tag am Wochenende genutzt zu haben. Diese wurden beispielsweise gefragt, wie häufig sie weiter online bleiben, obwohl sie aufhören wollten, wie häufig sie ans Internet denken, wenn sie nicht gerade online sind und wie häufig sie ins Internet gehen, wenn sie sich niedergeschlagen fühlen.

Dazu gingen einige Tweets rum, die darauf verweisen, dass es inzwischen für viele Menschen kein "gerade nicht online" mehr gibt, dass man mit den Kriterien auch lauter Luftsüchtige diagnostizieren könnte (Ich hab's noch nicht ausprobiert, aber angeblich soll es Menschen geben, die ohne Luft stärkste Entzugserscheinungen zeigen), und dass für viele Menschen das Internet einen wesentlichen Bestandteil des Lebens darstellt, so wie früher[tm] Fernseher, Telefone oder Gespräche auf der Straße oder in Bar/Kneipe. Die reine Nutzungszeit ist in Zeiten, wo Flatrates für ungefähr jede Person erschwinglich sein dürften als Kriterium schlicht ungeeignet. Au0er natürlich für den Vertreter des Musik-Verbands, der zufällig noch als Bundestagsabgeordneter jobbt.

Kauder-Welsch

Der Zensur-Liebhaber Siegfried Kauderhat ganz offenbar die Idee aus Frankreich, die sich da HADOPI nennt, aufgenommen und zu gequirlter Scheiße weiterverarbeitet. Und zwar will er laut Spon, dass Raubmordkopiermordterroristen nach zwei unbewiesenen Behauptungen der Internetzugang einfach so für drei Wochen weggenommen werden soll. Ohne Gerichtsverfahren. Einfach so. Weil die armen Urheberrechteverwertungsfirmen ja so arm sind, dass sie nur Milliardengewinne jährlich machen.

Ich würde dem Kauder ja mal das Rederecht im Bundestag für, sagen wir, drei Jahre, wegnehmen. Auch einfach so. Weil er sich offensichtlich ziemlich weit außerhalb der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung bewegt.

Nur nochmal zur Verdeutlichung: Die französische Regelung verlangt drei unbewiesene Anschuldigungen, und bei der dritten Behauptung darf man dann wie bei einem Verkehrsdelikt angehört werden. Aber das ist dem Kauder offenbar noch zu viel Rechtsstaat. Wobei, wenn ich nochmal drüber nachdenke: Hat mal jemand nachgesehen, ob Kauder nicht von den Piraten übernommen wurde, und per Unions-Antiwerbung den Piraten bei der nächsten Bundestagswahl Stimmen zuschiebt?

(via)

Staatsdoping

In den Medien wird gerne und oft betont, wie schlimm der staatliche Wettbewerbs-Sport in der DDR war, und wie sehr die Sportler unter Doping leiden mussten. Implizit darin eingeschlossen war immer die Aussage, dass das ja am bösen DDR-Regime gelegen hätte. Nun stellt sich aber heraus, dass es auch im Westen systematisches Doping gab. Das muss dann wohl auch am diktatorischen Regime gelegen haben. Warum nur habe ich von dem Regime bisher nichts gehört?

Wenn die Medien auch nur einen Hauch Selbstkritik üben würden, würden in nächster Zeit Berichte erscheinen, die feststellen, dass die Doping-Regimes eben nicht nur vom Staat alleine abhingen. Aber das wird wahrscheinlich nicht passieren. Eher werden Doping-Fälle der Vergangenhei weniger thematisiert.

Herbstmarkt Bergstedt

Das Wochenende über war ich wieder mit einem letzten Markt dieses Jahr befasst, dem Herbstmarkt in Bergstedt. Letztes Jahr hatte ich den ja mehr zufällig entdeckt als ihn gezielt gesucht zu haben. 

Was mir da schnell auffiel: Keine Erwähnung meines Lieblingsbarden, und auf der Grünfläche fehlten auch die beiden Stände einer Familie (weiche Sachen aus Kaninchenfell von der Frau und Schmiede vom Mann). Auch ein weiterer Stand, der mit 'Schmuck aus Klimpergeld' oder ähnlich überschrieben war, ist mir nicht begegnet. Ursache dafür ist wohl, dass die Hauptorganisatorin den Termin wohl erst nicht machen wollte, dann aber recht spät doch noch geplant hätte, wo es aber mindestens für den Barden zu spät gewesen sei. Und außerdem sei das der letzte Termin überhaupt, der Kunstverein würde sich auflösen, und überhaupt. Das fände ich aus zwei Gründen sehr schade: Einerseits, weil ich die beiden Termine dieses Jahr so wunderbar in meinem Kalender unterbringen konnte, und die mit Wikingermakrt im Mai und Herbstmarkt im September den Anfang beziehungsweise das Ende meiner Marktsaison ergaben. Außerdem wüsste ich sonst nicht, wo ich einen echten Barden erleben könnte hier in der Gegend.

Etwas später habe ich mal bei einigen Standbetreibern nachgehorcht, und da klangen die ganzen Aussagen schon mal weniger schlimm. Die Frau hätte wohl schon öfter damit gedroht, die Märkte nicht mehr anzubieten, weil die sich ja nicht lohnten (Kunststück bei nur zwei Euro Eintritt!), und selbst wenn der Verein die nicht mehr veranstalten würde, hieße das nicht, dass nicht jemand anders die Organisation übernehmen könnte. Naiv gedacht müsste man doch 'nur' den Kontakt zu den Ständen haben, schon hat man nen Markt. Aber das ist wohl zu naiv.

Nachdem ich um meine Unterhaltung gebracht worden war (im Mai habe ich mich immerhin lange mit der Kaninchenfell-Frau unterhalten, und dem Barden und seinen Geschichten gelauscht), war ich erst etwas verzweifelt, habe mir dann aber erst den Glasbläser und später den Schmied ausgesucht, um denen bei ihrer Arbeit zuzusehen und etwas zu lernen. Zu essen gab es wie letzten September und im Mai bei der 'Feuerküche', wo Kartoffeln, Gemüse und Fleisch in Pannen über Holzfeuern gebraten werden, und in Kombination verkauft werden.

Die Musik, die auf einer Bühne präsentiert wurde, hat mich nicht gerade umgehauen, aber dafür gibt es ja andere Märkte (*hust* MPS), die da mehr bieten. Besser war es da schon am Sonntag, als erst die Zwei-Mann-Band Panama Red aufgetreten ist, und mit Gitarre, Mundharmonika und Geige aufgespielt hat. Für mich interessanter war aber, dass für 16 Uhr die Jugendband Dreimalich (wie man das richtig ausspricht, ist mir schleierhaft) aufgetreten. Die hatte ich letztes Jahr beim Herbstmarkt mit dem Ende ihres Auftritts gehört. Das sind die drei 11-jährigen Jungs Paul (Gitarre und Gesang), Jan (Schlagzeug und Begleitgesang) und Marten (Bass) laut dem Programmzettel, den ich sicherheitshalber fotografiert habe. nachdem die drei ihre Pubertät noch vor sich haben, hoffe ich mal, dass sie die überstehen, und danach hoffentlich auch weiter gemeinsam Musik machen wollen. Aus denen könnte dann noch was werden.

Insgesamt war das ein würdiger Ausklang der Marktsaison, und ich kann nur hoffen, dass das nicht der letzte Markt in Bergstedt war.

ComPod #284: Pirahl, Teil 3

Space, Tech, Mafia. Mit Neutrinos, H2n und mehr.

Im dritten Teil des Podcasts für diese Woche befasse ich mich mal wieder mit den Meldungen aus der Technik-Ecke. Mit dabei: 

  • Fanboi
    • Weeks
    • Accountisierung
    • 5-Spätung
    • Jungfernstieg-Store
    • Backset
    • Hash-Loch
    • WP7.5
    • Weißtouch
    • Terücht
    • BGR-Fehler
  • G+-API
  • G+ Offen
  • Diginotar
    • Zertifibot
    • Pleite
  • So nie
  • Mafia
    • LSRfassungswidrig
    • Tenenbaum-Weiterunde
    • Merkellage
    • Italstrike
  • Space
    • Deutschtronaut
  • Neutrino-Flitzer
  • HP-CEO
  • H2n und Puschel
  • Herbstmarkt

Für Musik sorgt dabei Saltatio Mortis mit dem Titel 'Equinox'.

Länge: 52:24, 48,0 MB.

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ComPod #284: Pirahl, Teil 2

Politik. Teil zwei von zwei. Mit Regierung, Wirtschaft und mehr.

Im zweiten Teil des Podcasts für diese Woche befasse ich mich mal wieder mit der Politik. Mit dabei: 

  • Regierung
    • Heulerle
    • Zusammenbulshytt
    • Stasinichtwurf
    • Lügner
    • Reallöhne
    • Grüneuwahl
    • Beruder
    • Datenschubschrich
    • Weiterpfeif
    • Pflegschiebung
    • Kante
    • Zensursulesung
    • Zweizicht
    • Schäublob
    • Naziverbot
    • Minisenke
  • Wirtschaft
    • Dauerschirmin
    • BVerFormalie
    • Bangünstiger
    • Propagerkel
    • Nebenjobs
    • MaulDP
    • Tobuneins
    • Obamasteuer
    • Itabstuf
    • FitcheD
    • KurzarBetrug
    • Reginsolvent
    • Realohn
    • BA-Ruder
    • BuBazession
    • EUnpleite
    • Geringplus
  • S21
    • Volksentbreitung
  • Saudi-Druck
  • Geldüberwachung
  • Holland Burkafrei
  • Scotland Quell
  • Familienprügelbullen
  • DADT-Ende
  • Wahlrecht
    • Klagedrohung
  • US-Hinrichtung

Für Musik sorgt dabei Rapalje mit Saor Patrol mit dem Titel '?'.

Länge: 49:53, 45,7 MB.

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ComPod #284: Pirahl, Teil 1

Politik. Teil eins von zwei. Mit Ägypten, Libyen, Atom, Terror, Kirche, Pirahlbeben und mehr.

Im ersten Teil des Podcasts für diese Woche befasse ich mich mal wieder mit der Politik. Mit dabei: 

  • Ägypten
    • Friefel
  • Libyen
    • Angriffe
  • Banken
    • UBS-Ups
    • HSH-Subvention
  • Atom
    • Frexstrahl
    • Tepcentlassung
    • Fukuganda
    • Siemende
    • Versichushima
    • Steuerzweifel
    • Schwedischer 80-Müll
    • Fukahresende
    • Exporteur
    • Japan-Demo
  • Terror
    • Finnahme
    • Britnahme
    • Ankarexplosion
    • Werbrich
    • AK Vorrat klagt
  • Kirche
    • Schauder
    • Bulshytti
    • ZdJ-Fragen
    • Toleranz
    • Brülletzung
    • Missbulshytt
  • Pirahlbeben
    • Piratbeben
    • Protest
    • Röstur
    • Vorl. Ergebnis
    • Zastrow
    • Doppelhups

Für Musik sorgt dabei Rapalje mit dem Titel 'Further up, further in'.

Länge: 53:58 , 49,5 MB.

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QWahlrechts-Prügel

Wärend ganz langsam das Zensursula-Aufhebungsgesetz in das Gesetzgebungsverfahren schleicht (irgendjemand twitterte, dass es in der Nacht zu Donnerstag in erster "Lesung" laut Tagesordnung geplant sei), beliebt die Chaotenregierung dann auch mal mit drei Monaten Verspätung ein Wahlrechtsänderungsgesetz ohne Beteiligung der Opposition beschließen zu wollen. Dummerweise behebt die Änderung am verfassungswidrigen Wahlrecht nicht den Grund, warum das als verfassungswidrig geurteilt wurde: Es gibt auch nach der Änderung noch ein negatives Stimmengewicht, mit dem eine Partei, die mehr Wählerstimmen erhält, weniger Parlamentsmandate bekommt. Es ist wohl nicht so einfach, diese Fälle zu erkennen, aber eigentlich sollten die ja ausgeschlossen sein, weil eigentlich mehr Wählerstimmen auch mehr Mandate oder zumindest nicht weniger Mandate einbringen sollten.

Immerhin sind SPD und Gr+ne angepisst genug, gleich mit Klagen vorm BVerfG zu drohen, so dass hoffentlich die Verfassungsrichter das neue Gesetz nach seinem Inkrafttreten sowohl formal als auch inhaltlich überprüfen können. Und dabei hoffentlich dem Innenminister als verantwortlichem Minister gleich mal die Ohren langziehen, weil dem ja wichtiger war, Terrorgesetze zu verlängern als den Termin aus dem letzten BVerfG-Urteil einzuhalten.

Mafierkel

Das hab ich ja noch gar nicht gebührend gewürdigt: Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger veranstaltet einen 'Zeitungskongress', zu dem sich auch Merkel geäußert hat. Anstatt aber die Verleger darauf hinzuweisen, dass sie mit Qualität vielleicht Kunden erhalten oder gar gewinnen könnten, hat sie das nachgeplappert, was ihr irgendwelche Lobbyisten zugeflüstert haben: ARD und ZDF sollten ihre Apps genau prüfen.Wobei ja Zeitungsverleger schon öffentlich zustimmende Geräusche abgesondert haben zur ZDF-Mediathek-App, bei der man sich diejenigen Bewegtbilder ansehen kann, die nicht schon depubliziert wurden.

Genaugenommen richtet sich die Kritik eher an die ARD, deren Tagesschau-App es wagt, textuelle Informationen, die die Anstalt schon im Interweb veröffentlicht nochmal für tragbare Geräte aufbereitet darzustellen. Und das auch noch ohne dass man dafür extra zahlen müsste. Quasi kostenlos. Wenn man ignoriert, dass demnächst jeder Haushalt, also praktisch Jeder GEZbühren zahlen muss. Aber die Verleger meinen ja, dass auf iGeräten die Nutzer gewohnt seien, Informationen erst nach Bezahlung zu erhalten, weshalb die Tagesschau-App ja Ganz Doll Böse sei.

Völlig dämlich wird die Information, wenn man wei0, dass neben n-tv und N24 auch Spiegel Online, stern.de, FOCUS Online, Sueddeutsche.de Basic, Financial Times Deutschland, Handelsblatt (gerade mal auf dem iPhone in der Appstore-Kategorie 'Nachrichten' bei den kostenlosen Apps nachgesehen) kostenlose Nachrichten-Apps im Apple App Store auf dem iPhone anbieten, die zumindest keine in-App-Kaufoption laut Appstore enthalten. All diese Apps machen natürlich anders als die Tagesschau-App nicht das System der 'Nachrichten nur gegen Geld' kaputt, weswegen gegen die Betreiber der Apps auch niemand klagen muss. Oder etwas anders ausgedrückt: Das Bullshit-Argument, dass Tagesschau eine Marktverzerrung mag ja sein, aber dann sind die ganzen anderen Apps von Zeitungsverlagen mindestens genauso marktverzerrend. Und da meint Merkel, sich dann mit einem dummen Kommentar einmischen zu müssen. Oh, und das Leistungsschutzrecht hat sie natürlich auch wieder versprochen. Wissen die Verleger inzwischen wenigstens, was genau sie denn wollen, wenn sie ein Leistungsschutzrecht verlangen? Das könnte übrigens glatt mal verfassungswidrig sein, aber mit so etwas schnödem wie der Verfassung gibt sich Frau Bundeskanzlerin ja schon beim verfassungswidrigen Bundeswahlrecht nicht ab.

Klammeralition

Nachdem in Berlin die FDP mit Projekt 1,8 endlich erfolgreich aus dem Abgeordnetenhaus entfernt wurde, werden die Stimmen der Oppositionsparteien im Bundestag laut, die Neuwahlen fordern. Die Raktion der Regierung ist entsprechend erwartbar: Die klammern sich an ihren Ämtern fest und behaupten, alles sei großartig. Und das, wo doch noch letzte Woche aus der FDP (von Zastrow, wenn ich mich nicht schwer irre) Geräusche zu hören waren, die schwer nach Drohung klangen. Von wegen, die FDP werde aus der Koalition verschwinden, wenn sie nicht ihr letztes Thema (Steuersenkungen) bekäme. Aber seit Sonntag 18:01 soll ja alles wieder großartig sein zwischen den Parteien...

Wobei ich nicht verstehe, was SPD und Grüne sich mit ihren Äußerungen erhoffen. Die haben ja gemeldet, sie würden mit der Merkel-CDU für die als Eurorettung getarnte Bankensubvention stimmen, wenn (und hier kommt der Brüller) es danach Neuwahlen gäbe. Bin ich der Einzige, dem auffällt, dass Wahlen zum Bundestag mangels gültigem Bundeswahlgesetz bis auf Weiteres im rechtsfreien Raum(!) stattfinden müssten, also eine Wahlbeschwerde gegen die Wahl offensichtlich erfolgreich sein müsste? Wenn ich an Verschwörungstheorien glauben wollte, würde ich vermuten, dass Union und FDP bewusst das BVerfG-Urteil ignorieren, um Neuwahlen unmöglich zu machen, aber so viel Vorraussicht traue ich denen nicht zu. Putzigerweise verlangen weder SPD, noch Grüne, dass gefälligst ein verfassungskonformes Bundeswahlgesetz schnellstmöglich vorgelegt werden soll. Ohne das dürfte aber jede Wahl spätestens vom BVerfG wieder kassiert werden, es sei denn, dabei würde auf Überhangmandate verzichtet (und ich glaube nicht, dass die Mandate sich irgend jemand entgehen lassen will).

Aber auch psychologisch finde ich die Neuwahlforderungen unklug. Warum sollte Merkel darauf eingehen? Wenn die Frau nicht völlig dämlich ist, weiß sie auch, dass sie nach einer Wahl nicht mehr auf die Fast Zwei Prozent bauen kann, falls die überhaupt noch in den Bundestag kämen. Ihre 'beste' Aussicht wäre ne große Koalition, und das war schon beim letzten Mal eher eine Notlösung als ein erstrebenswertes Ziel.

Operation Puschel

Als ich am Donnerstag auf der Thomann-Seite unterwegs war, bin ich darüber gestolpert, dass es da auch Kunstfell-Windschutz-Kappen für meine Aufnahmegeräte gibt. Sowas wollte ich schon länger haben, unter anderem, weil die Profis ihre Mikrofone ja auch mit solchen Puscheln umgeben, wie ich genauer in Ahrensburg dieses Jahr erfahren konnte. Also habe ich mich mit meinem Budget hingesetzt und beschieden, dass ich mir die beiden Teile bestelle. Und so habe ich das dann auch gemacht. Freitag früh ist das Paket dann auf den Postweg gegangen, und hätte mich am Samstag erreicht, wenn ich nicht gerade vor einem gewissen Ladengeschäft auf dessen Eröffnung gewartet hätte (9:16 war das, laut Paket-Tracking). Also, ja, DHL stellt zumindest hier Nachnahme-Pakete auch am Samstag zu.

heute habe ich das Paket dann abgeholt (Parkplätze gab es zwar keine, aber von hier aus kann ich auch den Bus nach Rahlstedt nehmen). Erstmal fiel mir schon unterwegs auf, wie leicht das Paket eigentlich war, und als ich es geöffnet habe, musste ich schon etwas suchen, bis ich die zwei kleinen Päckchen gefunden habe.

Ich hab die dann gleich mal ausprobiert, und festgestellt, dass der Puschel für den H2 besser auf den H2n passt als auf den H2, zumindest, wenn man das Teil da so weit runterzieht, dass oben keine Lufttasche mehr verbleibt. Beim H4n sieht es da etwas besser aus.Nun trifft sich das für mich aber praktisch, weil der H2n ja keinen eigenen Schutz gegen den Wind mitgebracht hat.

Zur Akustik der Teile kann ich naturgemäß noch nichts sagen, weil ich dazu einen Aufnahmetag mit ziemlich starkem Wind bräuchte. Und beim H2n habe ich ja ohnehin noch keine Erfahrung mit dessen Windempfindlichkeit.

Ach ja: Der Unterschied zwischen H2-Puschel und H4n-Puschel ist der, dass der H2 einen Klettverschluss bekommt, mit dem man den Windschutz fest um ihn legen kann (hier vorne zu sehen), während der Schutz für den H4n ein Gummiband unten hat, mit dem er sich an der Basis der Mikrofone ganz gut festhalten kann.

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