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Nörgelmerz

Bei irgendeiner Wahlkrapmferei hat Joachim Merz Unsinn geredet davon, dass Sklaven ja viel zu viel krank wären. Und man bräuchte doch “Anreize” (es ist unschwer erkennbar, dass er nicht an positive Anreize denkt, sondern an Strafen) damit die Sklaven gefälligst mehr arbeiteten. Nun ist das mit den Krankmeldungen so eine Sache. Ja, es gab da vor ein paar Jahren einen Anstieg der Zahlen, aber da gibt es gute Gründe für: Erstens war so ein kleines Ding namens Corona gerade erst gewesen, mit dem klar wurde, dass Atemwegserkrankungen durchaus nicht lustig sind. Und dann wurden die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen auf eine automatische Übermittlung umgestellt, so dass die Krankenkassen nicht mehr nur diejenigen Meldungen bekommen, die die Versicherten dort einreichen (und wer hat früher schon eine 5 Tage Krankschreibung eingereicht, bei der absehbar war, dass das nichts bringt?). Stattdessen bekommen die Krankenkassen so eben wirklich jede Meldung, was natürlich die Anzahl der dort ermittelbaren Krankentage erhöht. Außerdem ist in der vom Joachim vorgetragenen Statistik auch noch eine Gruppe enthalten, an die Joachim mit Sicherheit nicht denkt: Menschen, die ernsthaft lange ausfallen, weil sie eine Krankheit haben, die ihre Arbeitsfähigkeit langfristig beeinträchtigt. Sei es eine langfristige Erkrankung (aus eigenem Erleben: Nach der ppV war ich nicht wirklich arbeitsfähig, aber ne Krankschreibung habe ich nach der ersten OP nicht bekommen, und musste mir für den ersten Tag in der Arztpraxis nachträglich noch bescheinigen lassen, dass ich da wirklich dringend die Medikamente jagen musste, die ich ja weiter nehmen musste, und wirklich nicht arbeiten können hätte).

Aber um die echten Zahlen geht es dem Joachim ja gar nicht, der redet lieber weiter schlecht über die Bevölkerung. Ich frage mich ja, ob er sich nicht einfach eine andere Bevölkerung wählen kann, wo  er ja so unzufrieden ist mit der, die er aktuell hat. Persönlich fühle ich mich von diesem Politiker jedenfalls nicht angemessen vertreten.