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Kwalität

Erinnert ihr euch noch an die Aufregung, als die Medien zum NSU-Verfahren ausgelost wurden? Die Frauenzeitschrift Brigitte hatte doch glatt einen Platz gewonnen. Wer würde denn von denen seriöse Berichterstattung erwarten, und so weiter. Und womit macht das Springer-Blatt mit den auffällig großen Buchstaben auf? Wie die Hauptangeklagte angezogen war. Weil das ja die wichtigste Botschaft des ersten Verhandlungstages war. 

Mal ganz davon abgesehen: Wo ist eigentlich die ausführliche Berichterstattung abgeblieben, die sich damit befasst hätte, dass jetzt vor Gericht Taten zur Verhandlung stehen, die über Jahre weder Polizeien, noch Medien, noch Geheimdienste richtig eingeordnet hatten? Wo ist die Frage geblieben, wie es sein kann, dass niemand gemerkt haben will, dass da gar nicht die 'Türken-Mafia' mordend durch die Lande zog, sondern eine Gruppe Nazis? Und anstatt auch nur einmal in der Richtung zu ermitteln hat die Polizei den Angehörigen der Opfer vorgeworfen, die wären bestimmt in der Mafia. Einen falschen Dönerstand haben Polizisten aufgemacht, und extra Rechnungen nicht bezahlt, weil dann ja die Mafia käme. Kam sie nicht. Weil es sie entweder nicht gibt, oder sie sich mit solchem Kleinkram nicht abgibt. Und die Nazis kamen auch nicht. Stattdessen gab es ja den Mord im Internet-Cafe, wo ein vom Geheimdienst bezahlter Nazi bei der Tat im Laden war, aber nichts bemerkt haben will. Und die Polizei hat den auch nicht ernsthaft zu befragen versucht.

Aber, hey, die Frauenzeitschrift berichtet ja nicht seriös. Mag sein, aber die selbsternannten Qualitätsmedien berichten nicht seriöser.

Und es ist bestimmt auch kein Versuch, Wähler zu beeinflussen, wenn am Samstag vor einer Bundestagswahl ein gewisser Springer-Verlag mal wieder alle Haushalte mit Sondermüll in Papierform belästigen will.

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