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Lügenschutzgeld wertlos?

Ein Bericht aus der 'Also DAMIT konnte ja NIEMAND rechnen'-Ecke: Golem analysiert mal, wie so die Bilanz des Lügenschutzgeld, äh, Leistungsschtzrecht für Presseverleger nach bummelig einam Jahr aussieht. Spoiler: Wenn man nicht Anwalt der Verlüger ist, lohnt der Quatsch nicht. Und wenn man nicht Google ist, zahlt man im Zweifel für gar nichts. Leistungsloser Wohlstand. Spätrömische Dekadenz. Wissenschon. Wofür sollte der Quatsch noch gleich gut sein?

Goobyright

Normalerweise kommen absurde Copyright-Forderungen ja von Firmen, die damit Geld machen wollen. Jetzt gibt es aber Hinweise, dasss auch Google auf Dateien auf Google Drive einen Urheberrechtsschutz behauptet. Das wäre auch nicht wirklich komisch, wenn die Dateien nicht nur aus einzelnen Zahlen bestehen würden. Wie war das noch gleich mit Upload-Filtern? Übrigens ist bisher nicht öffentlich bei mir vorbeigeflogen, wie Google auf die Behauptung kommt, eine Datei mit der Zahl 1 darin verstieße gegen Urheberrechte. Wer mag wohl das Recht an der 1 haben, habe ich es mit der Erwähnung der Zahl hier gar gebrochen, wie sieht das mit so Dingen wie einer Schöpfungshöhe aus? Oder brauchen wir sowas nicht? Gibt es überhaupt etwas wie Schöpfungshöhe im US-Recht? Fragen über Fragen.

Spamhebernicht

Neues von der Content-Mafia: Der Sprixel-Anger-Verlag (oder so ähnlich) prügelt sich mit der Firma Eyeo, die vor einigenn Jahren Adblock Plus übernommen hat. Der Verlag, der für eine Veröffentlichung bekannt ist, wo Werbung durch nur oberflächlich Journalismus ähnelnde Verlautbarungen verkauft werden soll, bildet sich ein, ein Werbeblocker im Internetz hätte irgendwas mit Urheberrechten zu tun. Mal davon abgesehe, dass das Schmierblatt auf Rechte anderer Urheber regelmäßig scheißt, hat nun das Landgericht Hamburg mal ausahmsweise nicht für die Urheberverwertungsrechte geurteilt. Das wird den Verlag sicher nicht daran hindern, mit der Frage weitere Gerichtsinstanzen beschäftigen zu wollen, aber im Rechtssystem der BRD ist das so vorgesehen. Es entbehrt immerhin nicht einer gewissen Ironie, dass die Heise-Meldung ohne Adblocker in einem Wust von Werbung versinkt, wo man sie praktisch nicht mehr lesen kann. Immerhin belästigt der Verlag keine Gerichte mit der Frage, ob das, was Leser auf ihren Geräten verastalten irgendwelche Rechte der Verwerter beeinträchtigen könnten.

DNSur

Neues von der Content-Mafia: Sony hatte sich vor einiger Zeit den DNS-Server-Betreiber Quad9 als Ziel rausgesucht, um da mal per Landgericht Hamburg eine DNS-Verfälschung zu verlangen, weil irgendwo im Netz gäbe es Raubmordterrorkopien, und wenn Quad9-Server dazu Domains auflösen wäre das ja sowas Ähnliches wie Beteiligung. Oder so. Das Gericht tat jedenfalls, wofür das LG Hamburg bekannt ist, und urteilte zugunsten des Klägers. Auch auf ein Rechtsmittel hat das gleiche Gericht wieder ähnlich geurteilt. Ich hoffe nur, dass das Thema demnächst mal bei Gerichten mit nachvollziehbarer Rechtsprechung landet, die Sony dann mal erklären, dass sie bei einem Betreiber von Nameservern an der völlig falschen Adresse sind.

Schreiberlauch

Eine Content-MAfia-Geschichte von letzter Woche ist mir auch eine Meldung Wert: Da hatten irgend welche Verleger einen Text gegen Bibliotheken veröffentlicht, weil die Nutzer von Bibliotheken ja nicht jedes Buch, was sie so lesen zum vollen Neupreis kaufen, und eine Reihe Autoren (oder Schreiberlinge) hat sich nicht entblödet, sich zum Lauch zu machen, und ihre Namen unter so einen Text zu setzen. Einige der Namen hatten schon vorher keine Glaubwürdigkeit bei mir mehr, bei anderen Namen bin ich dann doch enttäuscht, dass sich jemand so zur Handpuppe der Vereger machen lässt. Naja, dann gibt es ein paar Autoren mehr, deren Werke ich nicht mehr lesen (und entsprechend auch nicht kaufen) werde.

Raubmordterrorpropaganda-TV

Kennt ihr den Axel-Springer-Verlag? Der bringt die sympathischen Papiererzeugnisse "Bild" und "Welt" raus, und hält sich seit Kurzem auch mit "Bild TV" einen, naja, Fernsehsender. Da lief am Wahltag dann auch Programm von ARD und ZDF. Nachdem der Axel-Springer-Verlag ja so großen Wert auf Urheberrechte legt, ist das bestimmt mit Erlaubnis der Inhaber dieser Rechte erfolgt, oder? ODER?? Stellt sich raus: zumindest bei ARD ist keine Einwilligung bekannt. Aber ich bin sicher, dass der Verlag auf härtestmögliche Bestrafung der Raubmordterrorpropaganda-Kopiervergwaltigungsbombenleger drängen wird. 

Content-Mafgriff

Und dann war da noch die Geschichte mit der Content-Mafia, die wild um sich beißt, und sich einbildet, DNS-Zensur auch von völlig Unbeteiligten verlangen zu dürfen. Konkret geht die Mafia da Quad9, den Betreiber der DNS-Server mit der leicht merkbaren IPv4-Adresse 9.9.9.9 an. Weil, und hier wird es noch absurder: Bei einem Sharehoster(!) wäre irgendwo irgendwas gehostet, von dem die Mafia behauptet(!!) Rechte zu verwerten, und da ist ja völlig klar, dass man irgend einen DNS-Serverbetreiber anpissen muss, weil dessen Server wahrheitsgemäß den Namen des Sharehosting-Servers auf dessen IP-Adresse auflösen.

Erstmal ist es überhaupt absurd, dass DNS-Server immer noch lügen können (hallo, DNSSec?). Dass die Content-Mafia mit ihrem Mafia-Kartell gerade Netzbetreiber dazu bringt, dass deren Server lügen sollen, ist schon schlimm. Aber jetzt bildet die Mafia sich auch noch ein, unbeteiligte Dritte anpissen zu können.

Unterdessen in Absurdisland: Die Bimbesregierung hat ein Gesetz im Bimbestag beschlossen, dass Netzprovider den Spionagediensten helfen müssen, absolut Jedes Rechengerät zu verwanzen. Ich sehe die Forderung der Content-Mafia nach Geräteverwanzung geradezu vor mir. Und jetzt ist mir schlecht.

Mafiastag

Während die Bevölkerung gerade abgelenkt ist (Corona, Israel-Palästina, erstes Geschwafel zum Wahlkrampf) hat der Bundestag am 20. mal eben die Verschärfung der Urheberverwertungsrechte beschlossen. Da sind die bekannten Regelungen drin wie Upload-Filter (von denen eine gewisse C-Partei noch 2019 behauptet hat, dass die nicht kommen würden, aber das war ja nur gelogen), Lügenschutzgeld für, ja wen eigentlich? Der Sprixel-Anger-Verlag braucht den quatsch nicht, aber die kleineren Verlage werden so aus dem Netz gekickt. Oh, und außerdem geht damit dann Geld der Autoren an Verlage, die für das Geld nicht nur nichts getan haben, sondern eigentlich auch gar kein Recht haben, das Geld zu bekommen. Oder kurz: Alles scheiße.

Zensurheberrecht

Ein Nachrichtenbereich, der länger nicht mehr akut auffiehl, macht mal wieder auf sich aufmerksam: Die Content-Mafia hat ihre vor Jahren angefangenen Bestrebungen von Zensursula-DNS-Manipulationen jetzt auf dem Privatweg bei Providern eingekippt. Und da dachte man, das Thema wäre dann mal endlich tot, wenn ja selbst die früheren Proponenten von dem Quatsch nicht mehr Zensursulierend durch die Medien geistern, aber nein. Sowas macht Politikbeobachtung einfach nur ermüdend.

Wietube-dl

Erbauliche Meldung aus der Content-Mafia-Ecke: GitHub hat dank EFF die Gonaden gefunden und das wegen Behauptung von angeblichen Raubmordkopien gesperrte Git-Repo von YouTube-dl wieder freigeschaltet. Weil, wie wenig überraschen sollte, da keine Rubmordkopien in dem Repo lagen. Die Content-Mafia lügt einfach. 

Mafsperr-DL

Neues von der Content-Mafia: Da ist wem aufgefallen, dass der Video-Downloader youtube-dl Verweise auf content-mafiierte Inhalte in der Dokumentation hatte, und weil die Content-Mafia ohnehin nur zerstört, gab es dann eine Behauptung von Raubmordkopierterrorismus, und das GitHub-Repository wurde gesperrt. Hilft zwar niemandem, aber auch das ist den Mafiosi egal. Irgendwo im Netz ist mir schon die Argumentation begegnet, dass vor Gericht die Behauptung keinen Bestand haben dürfte, aber erstmal gibt es da niemanden, der sich akut drum bemühen würde. Die Inhalte des gesperrten Repo sind übrigens inzwischen schon weiter verteilt als vorher. Falls irgendwer dachte, so eine Sperrung würde wirklich jemanden abhalten.

Maforderungen

Neues von der Regier: Die Gesetzesänderungen für die Content-Mafia, die über die EU eingetütet wurden, tauchen wieder auf. Einerseits hat jemand im Kandisbunzleramt (ich rate mal: Dorothee 'bis hin zu Urheberrechtsverletzungen' Bär wäre spontan verdächtig für die Content-Mafia tätig zu sein) findet, der letzte Vorschlag, der Überschriften doch erlaubt hätte, wäre zu viel. Ich finde ja, wer weniger als acht Worte erlauben will, hat im Internetz nichts zu suchen.

Und dann ist auch der Upload-Filter wieder aufgetaucht. Das Justizministerium würde den noch verhindern wollen. Ob das auch international funktionieren kann, wage ich ja mal zu be3feln.

Lügenschutz-Ausblenderlaubnis

Neues von der Content-Mafia: Die haben sich zwar das Lügenschutzgeld erlobbyiert, aber das hilft nichts, wie ein einfacher Blick auf das (ungültige, weil nie notifizierte) deutsche Gesetz zeigt. Denn Google kann ja einfach Ansage, dass sie nur Webseiten verlinken, die nicht dafür Geld verlangen. Hoffnung der Mafia war, dass im Medienstaatsvertrag eine Regelung aufgenommen würde, die Google zur Anzeige zwingen könnte. Stellt sich raus: Stand jetzt ist davon nichts zu sehen. Oder anders ausgedrückt: da hat die Mafia sich mal wieder energisch in den eigenen Fuß geschossen. Gut so, finde ich. 

Lügenschutzitik

Und dann haben sich beim Justizministerium mal Experten zum ersten Wurf des neuen Lügenschutzgelds geäußert. Wenn ich da nichts übersehe, gibt es keine Wortmeldung, die das gut findet, was das Ministerium plant. Was jetzt aber auch nicht wirklich überraschend ist. Immerhin hat das (illegale, weil nie bei der EU vorgelegte) deutsche Lügenschutzgeld nur Millionen verschlungen, aber keinem Urheberverwerter oder gar Urheber geholfen.

Ich habe bei dem Quatsch ja inzwischen den Verdacht, dass der Springer-Verlag die Granate nur den verbliebenen Verlegern vor die Füße geknallt hat, weil er selbst ja mit Publikationen immer weniger Geld verdient. Und wenn die anderen Verleger das dann auch nicht tun, ist das vielleicht irgendwie gut.

Zensursudoch

Eine Meldung aus der 'das hatten wir vor zehn Jahren schonmal'-Ecke: Die Content-Mafia nutzt die eigentlich ja nur für ganz andere Zwecke vorgesehene Sperr-Infrastruktur und lässt ihr unpassende Webseiten aus dem Internetz verschwinden. Womit sich dann bewahrheitet, was genaue Beobachter schon seit dem Verbalausfall von Dorothee 'bis hin zu Urheberrechtsverletzungen' Bär erahnen konnten: Bei der ganzen Zensur-Infrastruktur waren Kindesmissbrauchsaufzeichnungen nur vorgeschoben, es ging immer schon darum, dass die Mafia beliebige Webseiten loswerden wollte.

Manchmal ist es wirklich ermüdend, wenn sich rausstellt, wie Recht man schon vor Jahren hatte.

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