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Impfrage

Neueste Wende in der Corona-Impf-Debatte: Die Frage, ob Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Angestellten erfahren dürfen. Da gibt es einen Vorstoß vom Moralminister Spahn, der findet, dass das schon okay ist. Andererseits sehen Datenschutz-Vertreter eben wieder mal die grundlegende Frage dahinter, ob medizinische Daten überhaupt zum freien Zugriff gedacht sein sollten. Und dann ist da noch die Frage, ob es Arbeitgeber überhaupt etwas angehen darf, welche Impfungen, Erkrankungen, Schwangerschaften, oder sonst irgendwas ihre Angestellten so haben. Immerhin könnte das ja alles irgendwann Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten haben.

Für mich halte ich es so, dass ich die akutesten Krankheits-Stati direkten Vorgesetzten mitteile (weil, wenn das Auge ausfällt, bin ich erstmal auch nicht nutzbar),aber einen grundsätzlichen Zugriff ohne mein Wissen ablehne, weil irgendwelche Krankheiten von vor zig Jahren nicht offensichtlich eine akute Relevanz haben, und entsprechend geht das auch niemanden etwas an. Und eben diese Begründung, warum jemand Gesundheitsdaten haben will, erwarte ich bei jedem einzelnen Zugriff. Und wem das zu kompliziert ist, ja Pech.

Fünfzidenz

Während in Hamburg die Anzahl gemeldeter Infektionen langsam sinkt (war der Höhepunkt von knap 90 Melduungen je sieben Tage und hunderttausend Bevölkerung wohl Auswirkung von Urbaubsrückkehrern?) denkt der Bundesminsiter für Gesundheit öffentlich darüber nach, die Einkaufszettel aus dem Infektionsschutzgesetz zu entfernen. Konkret soll die Inzidenz 50 (die ja letztes Jahr als politisierte Fassung von 'Gesundheitsämter können Fälle nur bis irgendwas bei 35 nachverfolgen' in das Gesetz gepinselt wurde, damit Länder dann gezwungen würden, irgendwas bei deren Überschreitung zu tun. Nun ist der Witz nur der, dass auch mit der Zahl im Gesetz jetzt Länder nichts tun müssen. So hat Hamburg eben am 18. eine Inzidenz von 90 gemessen und trotzdem nicht panisch Geschäfte geschlossen. Wie die sinkenden Meldezahlen schon andeuten könnte das auch richtig gewesen sein, final wird man das aber erst später wirklich beurteilen können.

Das starre Festhalten an unqualifizierten Zahlen wie der Zahl gemeldeter Infektionen, unabhängig von Alter, Impfstatus, Geschlecht bringt nur was, wenn das Ziel ist, möglichst viel Bevölkerung möglichst lange einzuschränken. Wer Geimpft und jung genug für einen wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen ist, stellt mit einer Infektion weniger eine Gefahr für sich als für die Umgebung dar, und die schützt man mit Ladenschließungen und Rausgehverboten gerade nicht. Bekanntlich muss man damit rechnen, dass es mehr eine Frage der Zeit ist, bis jede Person dem Virus ausgesetzt wurde, nur wer geimpft (oder jung genug für eine ausreichend starke Reaktion des Immunsystems auch ohne Impfung) ist, wird das mit geringen Schäden überstehen. Dass Maßnahmen nicht helfen, die die Zeit verlängern bis zum bevölkerungsweiten Kontakt mit dem Virus, das darf auch klar sein. Immerhin war das, wofür wir letztes Jahr versucht haben, Zeit zu schinden, gerade die Impfung. Die ist inzwischen aber verfügbar, und wer sich nicht impfen lässt, nimmt eben die Infektion in Kauf. Ergo: Was soll die Inzidenz im Gesetz noch bringen? Auf welches Ziel sollten weitere Einschränkungen noch hinauslaufen? Der Virus wird nicht magisch wieder verschwinden, das kann's also nicht sein.

Lückunprüf

Und dann war da noch die Geschichte mit der lecka, äh, lücka-Äpp, die Hessen vom Bundescyberamt mal sicherheitsgeprüft haben wollte, aber der Bundesminsiter für Drinnen, Bau, Dahoam und Abschiebungen in Kiregsgebiete hat das abgelehnt. Das ist eienrseits uncool. Andererseits konnte man aber öffentlich über so viele Sicherheits- und Funktionslöcher der viel zu teuren und nutzlosen Software mitbekommen haben, dass sich deren ÜPrüfung glatt erübrigt. Nein, Lücka braucht niemand. Es sei denn, man will Gesundheitsämter mit Datenmüll überschwemmen.

Polignorant

Auch heute ist wieder eine Politische Meldung zu Corona dran: letzten Montag haben die Minister für Gesundheit nämlich beschlossen, dass ihnen die Ständige Impfkommission egal ist und die Impfungen auch für Kinder zwischen 12 und 17 Jahren angeboten werden müssen. Die Stiko-Begründete ihre Empfehlung (nur Kinder, bei denen Vorerkrankungen einen schlimmen Verlauf einer Covid-Erkrankung erwarten lassen) ja damit, dass saubere Studien fehlen würden. Die können die Minister jetzt natürlich auch nicht haben. Dafür zeigt die Entscheidung, dass im Wahlkrampf fundierte Empfehlungen scheißegal sind. 

Reisetest

Und dann ist mal wieder Zeit für Schläge auf die Reagierung. Denn die hat es 1,5 Jahre nach Beginn der ganzen Pandemie mal wieder geschafft, völlig zu verpennen. Konkret geht es darum, dass man ja rausfinden wollen könnte, ob Leute, die im (Sommer-)Urlaub irgendwo waren, von dort vielleicht eine Infektion mit einem gewissen SARS-Coronavirus 2 mitgebracht haben könnten. Das könnte man zum Beispiel dadurch erreichen, dass man möglichst vollständig testet, wer von woanders hier ankommt. Sinnigerweise ab dem Zeitpunkt, wenn Leute vom Urlaub zurückkehren könnten. Gibt es da vielleicht bestimmte zeitliche Rahmen, wann man mit Reisen in und aus Urlaubsgebieten rechnen könnte? So Ferien im Sommer, vielleicht? Wann liegen die noch gleich? Oh, die sind gar nicht bundesweit einheitlich, sondern in den nördlichen Bundesländern von Ende Juni bis ziemlich genau Anfang August, während in BaWü und Bavarien die Sommerferien erst mit dem August beginnen. Na, dann führt man so eine Testpflicht sinnigerweise früh ein. Würde man denken. Die Reagierung ist ganz überrascht, dass es Sommerferien gibt, hat zum 1.8. eine Testpflicht für Einreisen von egal wo beschlossen, die wahrscheinlich nur unzureichend geprüft wird. Und eben Reisen aus den nödlichen Bundesländern gar nicht mehr betrifft, nachdem das Schuljahr mit dem August wieder anfngt, und so Personen mit schulpflichtigen Kindern schon längst aus dem Urlaub zurück sein dürften.

Ich fühle mich bei der ganzen Geschichte an die Masken erinnert, wo erst verbreitet wurde, die brächten nichts. Und als die Reagierung dann genug gewartet hatte, dass genügend Masken für das Gesundheitswesen vorhanden waren, hektisch eine Maskenpflicht eingeführt hat. Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit sind Attribute, die ich der Regierung wirklich nicht zugestehen würde.

Impftermendlich

Heute hat sich mein Herr Vater gemeldet, dass das Impfzentrum in den Messehallen jetzt Anmeldungen ohne Priorität erlaubt. Ich hab mich dann mal durch die Anmeldeprozedur geklickt (Handynummer eingeben, Code aus ner SMS eingeben, Mail angeben, Link klicken, und dann aus einer Liste ein Termin-Set aus zwei Terminen auswählen) und jetzt einen Termin an zwei Donnerstagen. Der erste ist spannenderweise schon am 1. Juli. Impfstoff ist dann der modeRNA, der nicht ganz so groß in den Medien ist wie Corminaty. Aber immerhin habe ich dann endlich Termine und eine Aussicht, wann ich geschützt sein kann. About. Damn. Time. 

Impvektoren

Neues von der Impferei: Nachdem die Sinusvenentrombosen hierzulande für erst einen Impfstopp, dann noch einen Impfstopp, gefolgt von umpriorisierung und dem lustigen Experiment geführt haben, was passiert, wenn Menschen, die ihre erste Dosis von dem einen Impfstoff hatten, bei der zweiten Dosis aber genau den nicht mehr bekommen sollten... Nach dem ganzen Gewese ist dann auch den Amis aufgefallen, dass AstraZenaca-Impfstoff so viel mehr Sinusvenenthrombosen auslöst, dass das vielleicht nicht die geilstmögliche Idee ist, den allen Berechtigten zu geben. Das ist insofern lustig, als die Amis genau die Information schon ohne größere Ermittlung hätten bekommen können, und ohne Opfer der Impfkomplikation.

Nebenbei, spannendes Detail: Die Leute, die behauptet haben, eine Impfnebenwirkung träte innerhalb weniger Stunden nach der Injektion ein, sind ganz plötzlich völlig still geworden. Denn die HIT-artige Nebenwirkung braucht ja tatsächlich ein paar Tage, weil das Immunsystem nicht sofort die Blutplättchen angreift, sondern da eben ein paar Tage für braucht.

Wo wir dann 'Glück' haben: Es stellt sich raus, dass die gleiche Nebenwirkung auch beim Johnson&Johnson-Impfstoff (ähnlich AstraZeneca, mit aber eben nur einer Dosis) aufgefallen ist. Die Einführung des Impfstoffs findet dann doch nicht demnächst statt. Gleichzeitig stellt sich aber die Frage, wodurch das Immunsystem auf die Blutplättchen gehetzt wird. Die bisher erkennbare Gemeinsamkeit ist, dass mehrere Impfstoffe mit Adenoviren als Vektoren für das genetische Material für das Spike-Protein bei einigen (mehrheitlich weiblichen, im Alter irgendwo zwischen zwanzig und die höheren vierziger) Personen das Immunsystem dazu motivieren, die körpereigenen Blutplättchen so anzugehen, dass die danach verklumpen, und als erkennbare Symptome nicht mehr im Blut rumschwimmen, dafür einen schlimsmtenfalls fetten Pfropf in einer wichtigen Vene darstellen. Das kann eben bis zum Tod führen.

Zwei Fragen drängen sich da jetzt auf: Wie bewirkt der Impfstoff das? Ist das ein Problem mit Adenoviren? Die galten bisher als harmlos, sonst hätte man sie ja nicht als Vektoren nutzen wollen. Andererseits tritt die Thrombophenie so selten in einer Gesamtbevölkerung auf, dass man bei Studien, die nicht explizit darauf achten, den Effekt auch schlicht nicht gesehen haben kann. Und wenn wir schon dabei sind: Wird man den selben Effekt bei anderen Impfstoffen mit Adenoviren auch erwarten? Nein, in die Studien dazu braucht man dafür nicht schauen, die haben das ja nicht gefunden.

Oh, und wo ich Fragen stelle, auf die ich eh keine Antworten bekomme: Ab wann kann man sagen, dass AstrZeneca eben doch kein sehr guter Impfstoff ist?

Sinnlositik

Während die Union einen neuen König kröhnen will, als stünde nur denen das Recht zu, Nichtregierungschefs zu benennen, die Verwaltung (Regierung ist das nicht) sinnlose Bevölkerungseinschränkungen in nen Gesetzestext kippt, um so zu tun, als würde man etwas tun, melden sich Wissenschaftler zu Wort und weisen darauf hin, dass Infektionen signifikant häufiger in Innenräumen auftreten. Dort dafür sorgen, dass sich keine Aerosolwolken ansammeln (lüften, Luftfilter, Masken könnten da hilfreich sein) wäre sinniger als so Quatschvorschriften wie Maskenpflichten im Freien. Ja, wenn man direkt ausgeatmete Flüssigkeitstropfen mit Viren einatmet, kann man sich auch da anstecken, aber das ist deutlich weniger wahrscheinlich als in Innenräumen. Im Endeffekt könnten Verbote von Treffen im Freien sogar die Infektionsausbreitung noch befördern anstatt sie zu verhindern. Aber die Beschränkungen funktionieren nach dem Schema "irgendwas muss getan werden. Das ist irgendwas. Das muss getan werden"

Sinnlosverbot

Meldung aus der 'das war doch nur Politikern noch unklar'-Ecke: Forschende weisen darauf hin, dass zur Eindämmung von Covid weniger auf absurde Regeln im Freien gesetzt werden sollte, und die Innenräume sinniger beschränkt werden. Oder anders ausgedrückt: Rausgehverbote oder Maskenpflicht draußen sind bestenfalls nicht hilfreich, schlimmstenfalls schaden die, weil sie die Bereitschaft reduzieren, sich an sinnvolle Regeln zu halten. Mal ganz davon abgesehen, dass solche Forderungen auch die Regeln für Gesetze nicht erfüllen. Gesetze müssen schließlich angemessen sein, geeignet die jeweiligen Ziele zu erreichen, und erforderlich sein, es darf also keine leichteren Maßnahmen geben, das gleiche Ziel zu erreichen. Nachdem es draußen weitgehend ausgeschlossen ist, eine Atemwegserkrankung einzufangen, dürfe es schon an der Eignung fehlen. Wer jetzt also noch Rausgehverbote verlangt, sollte erklären, inwiefern das wirken soll. Die Frage dürften sich sonst Richter stellen, und die Maßnahmen für offensichtlich ungültig erklären. 

Lockstern

Und dann war ja mal wieder Emm Peh Kah, und wie gewohnt kam statt eines sinnvollen Plans wieder nur Gewürge dabei raus. Ja, der Lockdown wird verlängert (und wenn die ehrlich wären, würden sie gleich zugeben, dass da vor Ende Oktober nichts besser werden wird), zu Ostern soll mal kurz noch mehr geschlossen werden, nämlich am Donnerstag, was zufällig der 1. April ist. Die Minidenten und die Kanzlierende haben bestimmt nur vergessen, dass es Menschen gibt, die erst zum 1. eines Monats wieder Geld bekommen, und keine Vorräte anlegen können. Mal davon abgesehen, ist es bestimmt auch hilfreich, wenn alle Einkäufe zu dem ohnehin schon längeren Wochenende zwangsweise auf den Mittwoch davor oder den Samstag an dem Wochenende fallen müssen. Das wird bestimmt Kontakte reduzieren helfen.

Was aus dem Gewürge übrigens nicht rauskam: Maßnahmen, um Schnelltests zu ermöglichen, oder schnellere Impfungen. Das htte ja beides helfen können, Infektionen zu reduzieren. Oh, und nachdem mir im Netz öfter das Genöle begegnet ist, das läge alles an den blöden Ministerpräsidierenden: Wenn die Kanzlierende wollte, könnte sie zumindest andeuten, dass die Ausrufung eines Notstandes eine Option wäre. Damit wären dann diverse Regelungskompeenzen aus den Händen der Länderchefs in die der Bundeschefin übergegangen. Aber ganz offensichtlich will die Merkelnde lieber nur rumwürgen. Oder ist dümmer als drei Meter Feldweg. Was ich dann doch nicht glauben will.

Update vom 24.: Da muss wohl die Wirtschaftslobby bei der Kanzlierenden mal die Rechnung vorbeigebracht haben, die so "Ruhetage" (gibt's in keinem Gesetz, dürften damit auch nicht einfach von der Exekutive beschlossen werden) kosten würden. Jedenfalls hat die sich bei den Minidenten gemeldet und das Konzept zurückgezogen. Ich meine, es wäre ja auch wirklich viel verlangt, wenn die Chefin der Exekutive statt Gesetze zu umgehen sich mal an solche hielte. Mit der Nummer haben allerdings alle Beteiligten mal wieder ein Bisschen verloren von dem Restrespekt, den ich noch hatte. Die dilletieren alle seit über einem Jahr nur rum, und da, wo man hätte etwas gut machen können (eben nicht Beschränkungen ersatzlos aufheben, sondern mit Schnelltests absichern), da versagen die völlig. Impfungen gibt es praktisch auch nicht, so dass das ganze Gewürge noch ewig weitergehen kann.

Astropp

Corona-Meldung vom vergangenen Montag: Die Regier lässt wissen, man solle dann doch ab sofort keinen Astra-Zeneca-Impfstoff mehr nehmen. Weil: Irgendwas mit Thrombosen wäre da irgendwo aufgefallen. Die neue Empfehlung kommt aber, nachdem seit Wochen alle Bedenken beiseite gewischt worden waren, weil die seien ja nicht gerechtfertigt.

Ich bin kein Arzt, kenne mich auch ansonsten in dem Bereich nicht aus, frage mich aber doch, welcher Botschaft ich glauben soll: Der Beschwichtigung von zuerst oder der Meldung, die Angst vor dem Impfstoff schüren soll. Dazu passend jährte auch gerade ein Tweet des Bundesministeriums für Korruption, Moralvorschriften und Bevölkerungsverarschung, in dem die Behauptung aufgestellt wurde, das Ministerium plane gar keine Einschränkungen der Bevölkerung, was das selbe Ministerium zwei Tage später nicht nur geplant, sondern auch durchgeführt hat. Was für Qualifikation muss man noch gleich haben, um da Verantwortung zu tragen? Bankkaufmann? Das klingt nicht gerade passend.

Update: Nicht aus den Verlautbarungen der Regierung kommt bei mir die Information an, dass es um eine eigentlich superseltene Thrombose im Gehirn geht, die nicht einfach zu erkennen ist (nein, der Kopfschmerz da kann tödlich sein, den sollte man nicht ignorieren), und zu der gerade bei jüngeren Geimpften ein Haufen von Fällen aufgetaucht ist. Da nach der Ursache suchen, ist dann doch sinnvoll und wenn die Impfung das tatsächlich auslösen sollte, wäre zu klären, ob man vorher erkennen kann, dass jemand nach Impfung ne Thrombose im Gehirn bekommen wird. Und zwar binnen Tagen nach der Impfung. 

Fleischhaft

Vor einer Woche gab es mal wieder eine Entdeckung der unangenehmen Art: Und zwar wurden im Kreis Gütersloh bei einer Fleischfabrik Menschen in Käfighaltung und mit Covid gefunden. Und zwar derer so viele, dass der ganze Bezirk in den Lockdown geschoben wurde. So ähnliche Ausbrüche gab es vorher schonmal, und nachdem die Regeln nicht vorsehen, die ganze Personengruppe, die sich höchstwahrscheinlich untereinander infiziert hatte zwecks Kontaktverfolgung einfach als einen unangenehm riesigen Fall zu betrachten, gelten die 400 Geopferten als 400 einzelne Fälle. Dass die Fabrik dem früheren Spochtfutzi und permanenten Rassisten Tönnies gehört, macht das Ganze nicht besser, sondern schmückt die Details nur aus. Ich mute mal ver: Die Menschen im Landkreis Gütersloh könnten dem Rassismusfabrikanten und Fleischisten vielleicht gerade weniger dankbar sein als die Politik vermuten würde.

Coronupdate

Am vergangen Mittwoch, dem 20. Mai haben Apple und Google zeitgleich ihre Updates für iPhone und Android-Geräte freigeschaltet, mit denen die Systemfunktionen für Kontaktnachverfolgung sich einfinden auf den Geräten. Jetzt ist der größte Haken noch, dass die Funktion, zumindest auf dem iPhone, nicht aktiv ist, solange es keine App dafür gibt. Aber die Regierung hat ja die Superexperten von SAP und Telekom damit beauftragt, da kann es sich nur noch um Jahrzehnte handeln, bis eine erste App den Weg in die Öffentlichkeit findet...

Blöde Ideen 2020: Axel V zu Corona

Wisst ihr, wer sich noch nicht zum Corona-Virus geäußert hat? Der cdu-Ditschital-Europaexperte Axel 'Hirnfick' Voss. Nun, der hat sich dann mal geäußert, und zwar zur Kontakt-Nachverfolgungs-App. Und wie es für den nicht mit Intelligenz ausgestatteten, beratungsresistenten Politiker sein muss, meint Voss also, dass die App zwar freiwillig sein müsse, aber wenn man noch in diesem Jahrzehnt in Restaunrants oder ähnliches wolle, dann habe man gefälligst 'freiwillig' die App haben zu wollen.

Erstmal, Herr Votz, haben Si immer noch nichts verstanden. Denn die App beweist überhaupt gar nichts. Wenn die App einen Kontakt zu einer infizierten Person vermeldet, kann sich dabei immer noch eine Wand zwischen beiden beteiligten Mobiltelefonen befunden haben, so dass eine Meldung der App ohnehin nur als Hinweis gelten sollte, dass ein (kostenfreier) Test vielleicht angemessen sein könnte. Andererseits kann die App aber auch nichts aussagen, wenn sie keinen Kontakt erkannt hat, weil der entweder gar kein beteiligtes Telefon hatte (oder die App nicht), zu weit weg war, aber dank nicht-filternder Klimaanlage die Infektion doch verteilt, oder aus einem der schnöden anderen Gründe, warum Technik manchmal nicht funktioniert.

Was man mit so einer Zwangs-App allerdings schnell erreichen kann: Misstrauen. Was zu potenziell weniger Nutzern führt, womit die sinnhaftigkeit einer App gegen null tendiert.

Ergo: Axel Voss hat mal wieder durch sein Gebrabbel eine Diskussion vergiftet. Wer fragt den denn überhaupt? Oh, die FUDS? Ja, das passt.

Appnungslos

Die Regierung musste dann mal zugeben, wie nichts sie eigentlich in den letzten Monaten getan hat. Und zwar gab es im Digital-Ausschuss des Bundestages eine Reihe Fragen, auf die Vertreter der Regierung zugeben mussten, dass von der ominösen App, über die seit mindestens drei Wochen geredet wird noch überhaupt nichts steht. Spannendes Detail: Während die Pressesprecher der selben Regierung bei der Bundespressekonferenz behauptet haben, es gäbe Gespräche mit Apple gegeben, lässt die Regierung den Ausschuss wissen, es gab gar keine Gespräche also zumindest seit dem 22.4. was dann doch Fragen aufbringt: Woher kamen die Aussagen der Pressesprecher? Wie viele der Aussagen waren noch realitätsfern, und wie kam es dazu? Ich hoffe, die Pressesprecher lügen nicht bewusst, aber wenn sie keine Ahnung haben, warum sagen sie das nicht einfach? 

Davon mal abgesehen ist von einer App also noch gar nichts auch nur begonnen worden, obwohl die Regierung nicht nur durch Sprecher verbreitet hat, das wäre alles schon sehr demnächst fertig. Ich fühle mich da ja auch wieder nur leicht verarscht.

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