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Crew-1

Meldung aus der 'endlich'-Ecke: In der Nacht zum letzten Montag ist die erste offizielle Dragon-Mission mit Besatzung zur ISS gestartet. Geplant war der Start ursprünglich für rund einen Tag früher, aber da hat das Wetter nicht mitgemacht, so dass der Termin noch vor den größeren Aktivitäten zum Start verschoben wurde. Nun ist aber die erste offizielle Besatzung zur ISS gestartet, nachdem zuletzt der Testflug von Bob und Doug ausgetestet hatte, dass die Dragon-Kapsel technisch dazu geeignet ist. 

Voyakontakt

Meldung aus der 'das hatte ich gar nicht mitbekommen'-Ecke: Die NASA hat bei einer ihrer größten Satellitenschüsseln für das Deep Space Network längliche Hardware-Umbauten benötigt, und konnte in der Zeit nicht mehr an die Voyager 2 senden. Nachdem die Arbeiten erfolgreich beendet sind, gab es da neulich eine erfolgreiche Sendung, die die Sonde auch empfangen und das zurückgemeldet hat. Ein Haken an den Voyager-Sonden ist ja, dass man die nicht mit handelsüblicher Sendestärke erreichen kann, sondern eben schon das große Equipment benötigt. Offenbar erfolgreich.

Bennusuchung

Heute gibt es mal eine erbauliche Meldung aus dem All. Da hat letzte Woche nämlich etwas stattgefunden, was schon seit Jahren geplant worden war, und zwar hat die NASA-Sonde Osiris-Rex den Steinklumpen mit dem Namen bennu nicht nur umrundet, sondern sich dem genähert, ihren Arm nah genug an die Oberfläche geführt, und dann per Gas-Ausstoß ein paar Steinchen aufzuwirbeln versucht, um das Ergebnis dann einzusammeln. Das alles wie üblich ohne aktive Kontrolle durch die Bodenstation, weil die Signallaufzeiten mal wieder viel zu lang gewesen wren. Ob die Sonde jetzt eine ausreichende Materialprobe eingesammelt hat, werden die Missionsverantwortlichen noch untersuchen, vielleicht muss es dann noch so eine Berührung geben, aber in jedem Fall ist ein  Kontakt zwischen Sonde und Gesteinsobjekt abgelaufen. Vorher haben schon zwei japanische Hayabusa-Missionen ähnliche Aktionen versucht, so dass NASA hier nicht den Rang des ersten Versuchs für sich behaupten kann.

Spaceflug

Neues aus dem Raumflug: Letzte Woche ist die SpaceX-Mission Demo-2 mit den zwei Astronauten Bob und Doug wieder von der ISS zurückgekommen. Da hatten sie zuvor bummelig zwei Monate verbracht und die Besatzung ergänzt, sowie bei mehreren EVAs mitgemacht. Und am 1. August ist der Crew-Dragon Endeavor wieder von der Station abgedockt und am 2. August wieder in die Atmosphäre eingetreten, um wie geplant im Wasser zum Stillstand zu kommen. Nicht ganz so geplant war, wie viele private Boote da rumhingen. Die Astronauten haben noch eine Weile in der Kapsel warten müssen, nachdem die von einem Recovery-Schiff aus dem Wasser geholt worden war, weil irgendwas an ungesunden Dämpfen vom Treibstoff rumhing. 

Die nächsten Schritte sind jetzt eine Untersuchung der Kapsel, um festzustellen, ob auch im Detail keine Anomalien aufgetreten sind. Wenn das glatt geht, wird im September noch der erste reguläre Flug einer Crew-Dragon zur ISS starten. Auch für die Mission danach sind bereits die Personen benannt, die dann zur ISS fliegen sollen. 

Drachenflug

Am 30. Mai 2020 flog nun endlich die erste bemenschte Rakete von VSvA wieder zur ISS. Und zwar flogen da die beiden Testpiloten mit der Crew Dragon, der sie im Orbit angekommen erstmal den Namen Endeavour verpasst haben. Der erste Startversuch ein paar Tage vorher fiel ungünstigem Wetter zum Opfer, aber dieser Versuch war nicht nur erfolgreich, es sind auch keine Probleme vermeldet worden. Und so kann sich NASA nach nicht ganz neun Jahren (letzter Shuttleflug) wieder Besatzungsflüge zur ISS von Florida aus kaufen. Der Fug zur ISS war mit 19 Stunden nicht ganz so schnell wie die schnelleren Sojus-Flüge, aber unterwegs haben die Piloten auch nochmal mit der Technik rumprobieren dürfen, von daher zählt da eher das Endergebnis.

Oh, und die Unterstufe der Rakete ist auch wieder auf einer Barke runtergekommen, und kann so in ein Museum verbracht werden, oder wiederverwendet, je nach Wunsch.

Starlater

Schon wieder eine Weltraum--Meldung: Bekanntlich war Boeings Testflug für den Starliner nicht so erfolgreich. Das offensichtliche Problem war, dass die Kapsel wegen fehlerhaftem Timing nicht in den Orbit gelangte, mit dem sie bei der ISS hätte ankommen sollen. Erst nach dem Ende der Mission wurden noch weitere Fehler bekannt, die so unangenehm waren, dass die gesamte Mission nicht als erfolgreich verbucht werden konnte. Daraufhin stellte sich die Frage, ob der nächste Flug von Starliner wirklich mit Menschen stattfinden könnte. Nun gibt es die Antwort: Nein, Boeing wird den Test ohne Besatzung nochmal wiederholen müssen. Das kann dann dazu führen, dass die unbesetzte Boeing-Kapsel dann bei der ISS ankommen könnte, wenn dort bereits eine Besatzung mit einer SpaceX-Kapsel angedockt ist. 

Faltship

Es ist gerade relativ still um SpaceX, was auch daran liegt, dass die Falcon 9 inzwischen so regelmäßig fliegt, dass das keine wichtige Meldung mehr ist. Ein bisschen was ist aber doch noch los: Und zwar versucht die Firma ja seit einer ganzen Weile eine neue Rakete zu testen. Das Spaceship genannte Teil existiert in Prototyp-Form immer wieder mal, wird einem Test unterzogen, und zerbirst, oder wie im Fall des zuletzt getesteten Modells SN3 schrumpelt zusammen. Ich bin ja kein Raketenwissenschaftler, aber ich glaube, der Test war nicht erfolgreich.

SpaceXplosion

Neues von SpaceX: Während die Falcon 9 gefühlt alle paar Tage neue Starlink-Satelliten in den Orbit bringen, testen Ingenieure am nächsten Raketenmodell rum. Und schon wieder ist bei einem solchen Test ein Prototyp für das Starship rapidly unscheduled disassebled, wie es so euphemistisch ausgedrückt werden kann. Einerseits: Blöd, dass das Teil kaputt ist. Andererseits: Genau deswegen testen die da. Wenn irgendwann mal eine fertige Rakete da steht, haben sie hoffentlich die strukturelle Integrität so im Griff, dass die sich eben nicht explosiv zerlegt.

Dragon-IFA

Meldung aus der 'endlich'-Ecke: Am 19. hat SpaceX den letzten wichtigen Test vor dem ersten Flug des Crew-Dragon mit einer Besatzung geschafft. Und zwar den 'In flight Abort' bei dem eine reguläre Falcon-9-Unterstufe bis kurz nach dem Triebwerks-Vollschub nach Max-Q geflogen ist, dann alle Triebwerke abgeschaltet hat, und dann hat sich die Dragon-Kapsel gelöst und mit ihren eigenen Triebwerken so schnell und sicher entfernt, dass eine Besatzung damit kein Problem hätte. Danach galt es nur noch, durch Fallschirme die Geschwindigkeit vor der Wasserung der Kapsel so weit zu reduzieren, dass auch dabei niemand zu Schaden käme. Von dem, was ich aus dem Live-Video mitbekommen habe, hat alles wie geplant funktioniert. Damit dürfte dann die nächste Crew-Dragon mit Menschen an Bord zur ISS starten dürfen, wann auch immer das geplant sein mag.

Was mich leicht überrascht hat: Die Falcon 9 ist nach dem Abgang der Kapsel ziemlich explosiv kaputt gegangen. Die Bilder hatten gewisse Ähnlichkeiten zur Challenger-Katastrophe, die ja in einer ähnlichen Flugphase (das Shuttle hatte gerade erst die Triebwerke wieder voll aufgedreht) zerstört wurde. Anders als Dragon hatte das Shuttle da aber keine Möglichkeit, die Besatzung aus der Explosion sicher herauszubringen.

Spaßschipp

Aus der Ecke 'Ankündigungen' kommt eine Pressevorstellung von SpaceX, wo letzte Woche der Herr Musk bei einem ersten Prototypen eines zukünftigen Raumfliegers ("Spaceship") die Pläne der Firma erläutert hat: Und zwar sollte der Prototyp in den nächsten ein, zwei Monaten mal bummelig 20 Kilometer hoch fliegen und wieder landen. Und langfristig soll Spaceship als Nachfolger der Falcon 9 Flüge ins All übernehmen, dabei auch einige Personen als Nutzlast mitnehmen, und überhaupt geeignet sein, auch Flüge zu Mond, Mars und weiter raus zu absolvieren. Im  Detail habe ich mir das alles nicht angesehen, weil die Veranstaltung spät Abends unserer Zeit war, ich bei Ankündigungen von SpaceX lieber zurückhaltend bin (zeigt halt, dass ihr das könnt, dann schau ich mir das auch an), und Zeitpläne in der Raumfahrt eher unverbindliche Serviervorschläge sind.

Was ich aber von der Vorstellung mitbekommen habe, was mir neu war: Das Triebwerksdesign für Spaceship ist zweigeteilt: Die haben drei Triebwerke, die in Athmosphäre funktionieren sollen, dabei beweglich sind, und drei Triebwerke für Vakuum-Betrieb. Grund dafür dürfte sein, dass eine Optimierung für beide Umgebungen schlicht zu schwer (falls überhaupt möglich) ist, und bei drei Triebwerken der Platz am unteren Rand der Raketenstufen ausreicht, die einfach parallel zu installieren. Wie gut das dann in Realität funktioniert, wird aber die Zukunft zeigen müssen.

Indimond

Am 6. abends (unserer Zeit) wollte die indische Raumfahrtorganisation ISRO eine Landesonde von ihrer Mondmission Chandrayaan 2 auf dem Mond landen lassen. Aus erstmal nicht direkt offensichtlichem Grund ging die Funkverbindung zur Landekapsel verloren, als die noch 2,1 Kilometer über der Oberfläche war und konnte nicht wiederhergestellt werden. Vermutlich ist die Kapsel nicht wie geplant auf dem Mond gelandet.

Sojudockblem

Von vor einer Woche kommt eine Meldung zur ISS, die nicht so ganz erbaulich war: Und zwar ist da eine Sojus MS-14 zur ISS geflogen, und konnte dann irgendwie nicht anlegen. Das automatische Steuerungssystem hatte wohl ein Problem, so dass die Kapsel die Station nicht gefunden hat. An sich ist das kein großes Problem, übernimmt üblicherweise jemand von der Kapsel oder bei unbewohnten Progress-Kapseln ein Bewohner der ISS die Kontrolle und legt manuell an. Ersteres geht nicht, weil die Sojus nur ein Besatzungsmitglieg hat, nämlich einen Roboter. Für letzteres fehlt aber wohl die Fernsteuerung. Die wurde irgendwie nicht in die Sojus eingebaut. Damit bleibt nur das automatische System. Als Gegenmaßnahme haben am Montag drei ISS-Bewohner ihre Sojus-Kapsel umgeparkt (sie sind zu dritt da rein, denn wenn die Kapsel dann nicht mehr zur ISS gekommen wäre, könnten sie immer noch landen) an den Dockingport, wo die unbemenschte Kapsel nicht anlegen konnte. Damit hat dann am Dienstag früh die Sojus MS-14 vollautomagisch angelegt. Wie unspektakulös.

Draxplosionsursache

Es gibt mal wieder Neues zum All, und damit meine ich nicht, dass vor 50 Jahren die Apollo-Mission mit der Nummer 11 lief (das Ding mit "one small step for (a) man"), sondern ich rede von SpaceX. Denen ist ja vor einer Weile eine Dragon-Kapsel auf dem Teststand explodiert, während da für den abschließenden Launch-Escape-Test Dinge probiert wurden. Und dazu hat SpaceX nun also eine Ursache gefunden. Und zwar hätte ein Ventil nicht ganz dicht gehalten, so dass ein explosives Gemisch sich an einer Stelle des Treibstoffsystems bedfand, wo es nicht explosiv hätte sein sollen. Es gibt auch schon einen Weg, wie der Fehler für die Zukunft vermieden werden kann, und zwar werden die insgesamt vier Ventile in der Kapsel durch 'Burst Disks' ersetzt, die bei Überdruck schlicht öffnen, so dass gegebenenfalls einmal ein Überdruck abgelassen werden könnte. Die Teile lassen sich danach zwar nicht wieder schließen, aber offenbar war ja auch das bisher verwendete Ventil nicht zur mehrfachen Verwendung ausgelegt.

Nicht ganz unspannend ist auch, wie die weitere Planung in Sachen crewed flight bei SpaceX jetzt aussieht. Und zwar soll der Launch-Abort nun von der Kapsel geflogen werden, die eigentlich für die Demo-2-Mission (Testpersonen zur ISS) eingeplant war, während deren Mission von der nächsten Kapsel in der Fabrikation geflogen wird (die eigentlich die erste reguläre Mission fliegen sollte). Aber die zerstörte Kapsel kann man nun mal nicht mehr für einen Test nutzen, auch wenn deren Zerstörung gezeigt hat, dass es da einen Fehler gab, der möglicherweise gefährlich gewesen wäre.

dritter schwerer Falke

Am Dienstag (25.6.) Morgen (8:30 MESZ) gab es mal wieder ein live geströmtes Ereignis: Und zwar hat SpaceX die dritte Falcon Heavy gestartet, mit 24 verschiedenen Nutzlasten, die jeweils auf deutlich kleineren Raketen hätten Platz finden können, gemeinsam aber eben die Leistung der großen Rakete genutzt haben. Der Start war zu einer hier angenehmen Zeit, dafür war es in Florida schon später Abend, und entsprechend dunkel. Von den Raketen hat man also vor allem die Verbrennung gesehen, und die inzwischen fast schon gewohnten Landungen (2 Side Booster, die parallel landen sind eben immer noch nicht alltäglich) ließen sich auch dank Infrarot-Bildern ganz gut verfolgen. Dem Center Core erging es nicht ganz so gut: Die Rakete konnte man im Livestream von einer Kamera auf der Barke dabei sehen, wie sie ziemlich feurig im Ozean eingeschlagen ist. Das war insofern nicht sehr überraschend, als SpaceX vorher schon betont hatte, dass die Landung die bisher schwerste sein würde, und entsprechend riskant wäre. Nachdem der aufregende Teil der Mission vorbei war, hat die Oberstufe im Laufe mehrerer Orbits ihre Nutzlasten ausgesetzt (das war wohl erfolgreich), und unterdessen hat SpaceX noch vermeldet, dass es gelungen ist, eine Hälfte der Nutzlastverkleidung (Fairing heißt das Teil) mit einem Fangnetz an einem Schiff einzufangen. War vorher auch noch nie erfolgreich gelungen, aber die Teile sind auch hinreichend teuer, dass man mal versuchen kann, ob das geht.

Marsbebenmessung

Es gibt mal wieder etwas Neues aus dem All. Und zwar vom Mars, wo ja seit einer ganzen Weile die Sonde Insight ist, und erst ihr Seismometer ausgepackt und abgedeckt hat, dann das Bohrinstrument auf den Boden gesetzt hat, und beim Bohren ein erstes, ernsthaftes Hindernis erwischt hat. Die Meldung nun stammt aber vom Seismometer. In dessen Messdaten haben die Forscher nämlich ein erstes Marsbeben gefunden. Wobei das Signal noch eher schwach war. aber es keine andere plausible Erklärung als ein MArsbeben gibt. Wind und auch Bewegungen des Sondenarms sind in der vertonten Messwertreihe auch zu finden, auf die reagiert das Messinstrument auch. Der Bohrer würde da ebenfalls auffallen, wenn er denn gerade nicht stillstünde.

Die Veröffentlichung jetzt ist nicht besonders spektakulär, sondern eher nur der Hinweis, dass Insight auf dem Mars ist, und die Instrumente arbeiten (bis auf das Bohrgerät, aber da hoffe ich noch auf eine Lösung). Und sollte nun irgendwas an seismischer Aktivität ernsthat ausbrechen, zum Beispiel durch einen einschlagenden Asteroiden, dürfte das Instrument das bemerken.

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